Felsensockel Helgoland

Felsensockel Helgoland

Das Naturschutzgebiet „Felsensockel Helgoland“ liegt um die Hauptinsel Helgoland und um die Düne herum und besteht aus zwei Teilbereichen. Es umfasst 5.138 ha und ist damit das größte Naturschutzgebiet Schleswig-Holsteins. Der bis zu 48 Meter tiefe Felsuntergrund bildet stellenweise felsige Wattflächen, die dem Rhythmus der Gezeiten unterliegen und regelmäßig austrocknen.

Der größte Teil der Fläche ist dauerhaft von Wasser bedeckt. Die Bodenfläche des Naturschutzgebietes besteht im Wesentlichen aus zwei Elementen: Fels und Sand. Das Gestein stieg an die Oberfläche, als sich ein unterirdischer Salzstock wölbte und die Gesteinsschichten anhob. Die älteste Gesteinsschicht ist roter Sandstein, dessen rote Farbe auf einen hohen Anteil an Eisenoxid zurückzuführen ist. Da der Untergrund der südlichen Nordsee hauptsächlich aus weichen Materialien besteht, nämlich Sand oder Schluff, nimmt das Helgoländer Gestein eine Sonderstellung ein.

Der vor allem rund um die Hauptinsel vorkommende Buntsandstein bildet zusammen mit dem Muschelkalk und der Kreide rund um die Düne ein einzigartiges Siedlungssubstrat für eine einzigartige Flora und Fauna. Die Knappheit vieler Tier- und Pflanzenarten und deren Gefährdung waren 1981 der Grund für den Schutz der Region.


Das einzige Meeresbiotop mit hartem Boden in Deutschland


Der bis zu einer Wassertiefe von 48 Metern reichende Felsuntergrund Helgoland ist das einzige Meeresbiotop mit hartem Boden in Deutschland. Die Oberfläche des Meeresbodens besteht aus Felsen und Sand. Wichtig ist, dass die Unterwasserklippen der Lebensraum des Europäischen Hummers und der Standort von Kelpwäldern sind, die von vielen in Deutschland einzigartigen Algenarten gebildet werden; siehe Liste der Algen aus Helgoland. Ein besonderer Teil der Felsunterlage ist die felsige Helgoländer Aue, die im Norden und Westen der Insel regelmäßig tideabhängig austrocknet.


Tiere im Naturschutzgebiet Felsensockel Helgoland


Europäischer Hummer

Als stärkste und fetteste Krabbe in heimischen Gewässern erreicht der Europäische Hummer Längen von bis zu 60cm bei einem Lebendgewicht von 4kg. In der südlichen Nordsee ist diese Art in den letzten hundert Jahren durch intensive Fischerei und Lebensraumverlust selten geworden. Die einzige stabile Population hübscher blaugrauer Krebstiere lebt in der felsigen Aue Helgolands.

Taschenkrebs (Krebs pagrus)

Die ziegelrote Krabbe ist noch immer weit verbreitet und bekannt. Mit seinen kräftigen schwarzen Krallen ist er ein Jäger von Schalentieren und Stachelhäutern wie Wellhornschnecken, Austern und Seeigeln, deren robuste Schalen er mühelos knacken kann. Speisekrebse meiden flache Wattenmeere, sie lassen sich bevorzugt in Wassertiefen von sechs bis einigen zehn Metern und im Atlantik manchmal in noch größeren Tiefen ansiedeln. Das gesamte Verbreitungsgebiet dieser Art erstreckt sich von der norwegischen Küste der Fjorde nördlich des Polarkreises entlang der Nordseeküste im Süden bis zu den Atlantikküsten Portugals und Marokkos. In der Nordsee ist die Speisekrebse die einzige Krebsart, die noch in großem Umfang gefischt wird;

Seestern (Asteria Rubens)

Der Seestern ist eine sehr weit verbreitete, vielseitige Art und nicht besonders abhängig von den felsigen Watten der Region Helgolandsee. Nichtsdestotrotz ist dieses seltsame Raubtier einer der häufigsten Organismen in der lokalen Unterwasserwelt und bekannt für sein fünfzackiges Aussehen und seine leuchtende Farbe. Seesterne gehören wie Seeigel zur Stachelhäuter-Linie und haben einen grundlegend anderen Körperbau als die meisten anderen felsigen Auenbewohner. Seesterne beherrschen die Anpassung an sich ändernde Situationen in ihrer Umgebung perfekt. Wenn ein Arm gerissen ist oder verloren geht, wächst an seiner Basis ein neues Organ gleicher Größe nach.

Strand-Seeigel (Psammechinus miliaris)

In der deutschen Nordsee und auch auf dem Grundgestein Helgolands gehört der Kleine Seeigel neben dem Seestern (Asteria rubens) zu den häufigen Vertretern des primitiven Stammes der Stachelhäuter. Seeigel bilden wie viele Schneckenarten und alle Arten von Muscheln ein Exoskelett aus Kalk, der enzymatisch aus Meerwasser gefällt wird. Bei Seeigeln besteht die Kuppelschale aus einer Vielzahl dünner Kalziumplättchen, die sich in mehreren Schichten ineinander verschlingen, was dem Körper eine außerordentliche Stabilität verleiht. Die Tiere sind genügsame Allesfresser, die auf Algenmatten und Seegraswiesen grasen und auf felsigen Böden nach kleinen Wirbellosen Ausschau halten.

Wellhornschnecke (Buccinum undatum)

Mit ihrem großen, anmutig gedrehten, aber dennoch harten und stabilen Gehäuse gehört die Wellhornschnecke zu den bemerkenswertesten und wohl bekanntesten Meeresschnecken an den Küsten Mitteleuropas. Er ernährt sich von Raubtieren und Aas, die mit Hilfe einer Raspelzunge am Ende des Rüsselorgans vollständig gefressen werden. Als anspruchsloser Allrounder, der sich auf sandigen und lehmigen Untergründen sowie harten felsigen Böden wohlfühlt, war die Wellhornschnecke bis vor Jahrzehnten im Atlantik sowie in der nördlichen und westlichen Ostsee weit verbreitet und oft in allen Tiefen zwischen den oberen Dauerfluten Zone und liegt am Kontinentalhang. In den 1990er Jahren führte die Erforschung benthischer Lebensgemeinschaften in den Wattenmeeren der südlichen Nordsee jedoch zu einem massiven Bevölkerungskollaps.


Das Naturschutzgebiet „Felsensockel Helgoland“ auf der Karte


Möchten Sie noch weitere Empfehlungen lesen? Blättern Sie zu einem vorherigen Beitrag oder lesen Sie den nächsten Beitrag!

Pin It on Pinterest

Share This